Interview mit Guido Becker

Guido, wie blickst du auf deine Zeit als Hockey-Jugendwart zurück und was waren für dich die schönsten Momente?

„Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf meine Zeit beim BTHV zurück. Für mich standen nie Tabellen oder Ergebnisse im Mittelpunkt, sondern die Frage: Wie entwickeln wir unseren Verein als Gemeinschaft?

Besonders prägend war direkt zu Beginn die Corona-Zeit. Unter schwierigen Bedingungen Training möglich zu machen, hat gezeigt, was Verein wirklich bedeutet: Kreativität, Verantwortung und Zusammenhalt.

Ein echtes Highlight waren die Final4-Veranstaltungen 2022 und 2024. Nicht wegen einzelner Spiele, sondern weil so viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernommen haben. Wenn Ehrenamt, Trainer:innen, Eltern und Jugendliche zusammenarbeiten, entsteht etwas, das größer ist als Sport.

Welche Entwicklungen im Jugendbereich machen dich besonders stolz?

„Stolz macht mich vor allem, dass wir strukturelle Grundlagen geschaffen haben. Mit der Spendenaktion zur Implementierung einer sportlichen Leitung im Jugendbereich haben wir einen wichtigen Startschuss gesetzt – hin zu einer langfristigen, personenunabhängigen Konzeption.

Gleichzeitig konnten wir unsere ehrenamtlichen Strukturen stärken, neue Mitstreiter gewinnen und die Campangebote ausbauen. Mir war wichtig, Verantwortung breiter zu verteilen und den BTHV so aufzustellen, dass er nicht von einzelnen Personen abhängt, sondern gemeinschaftlich getragen wird.“

Was waren die größten Herausforderungen – und wie bist du damit umgegangen?

„Eine persönliche Herausforderung war, dass ich selbst keine Hockeyvergangenheit mitgebracht habe – außer als Vater am Spielfeldrand. Ich war kein sportfachlicher Sparringspartner für unsere Trainer:innen. Deshalb habe ich meine Rolle bewusst anders verstanden: zuhören, moderieren, Strukturen entwickeln.

Corona direkt zum Start war ebenso fordernd wie strukturelle und finanzielle Diskussionen im Gesamtverein. Mir war wichtig, Hockey sachlich und zukunftsorientiert zu positionieren – immer mit Blick auf das große Ganze.

Ich habe gelernt: Nachhaltige Lösungen entstehen nicht durch Einzelaktionen, sondern durch Dialog und geteilte Verantwortung.“

Was wünschst du dir für die Zukunft der Hockey-Jugend im Verein?

„Ich wünsche mir, dass wir den BTHV weiterhin als Gemeinschaft verstehen – nicht als reinen Sportanbieter. Ein Verein lebt nicht davon, dass einige liefern und andere konsumieren, sondern davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen.

Wenn sich jede und jeder fragt: “Was kann ich beitragen?”, entsteht etwas Tragfähiges. Kontinuität, klare Strukturen und gemeinschaftliches Handeln sind wichtiger als kurzfristiger Erfolg.“

Bleibst du dem Verein weiterhin verbunden?

„Ja – nur nicht mehr im Vorstand. Verantwortung endet nicht mit einem Amt.

Ich unterstütze weiterhin bei Digitalisierungsthemen wie Microsoft365, der Webseiten-Neukonzeption und der SharePoint-Nutzung. Außerdem bleibe ich im Kernteam für das Final4 aktiv. Das sind Projekte, bei denen viele gemeinsam gestalten – und genau darum geht es für mich.

Mir ging es nie um persönliche Sichtbarkeit. Entscheidend ist, dass sich der BTHV weiterentwickelt – strukturell, gemeinschaftlich und nachhaltig. Verantwortung kann man abgeben. Haltung nicht. Und die Bereitschaft, sich einzubringen, ist das, was einen Verein wirklich stark macht.“

A.L.

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