Interview mit dem neuen Vorsitzenden Frank Rosbund

Seit dem 20.3. ist Frank Rosbund neuer Vorsitzender des BTHV. In vielerlei Hinsicht ein Novum…… Schon lange ist ein Interview und Vorstellung fällig:

Frage: Zunächst eine kurze Vorstellung für alle, die Dich nicht kennen…

Geboren in Kiel, aufgewachsen in Bonn, lange wohnhaft in Wachtberg. Beruflich in Duisburg, Wuppertal, Niederkassel, Wachtberg, Meckenheim, Euskirchen als Lehrer und Schulleiter tätig. Von 2010 bis 2017 als Schulrat und später Schulamtsdirektor für die Schulaufsicht der Bezirksregierung Köln in Siegburg und Bonn tätig. Zwei Töchter, eine folgte dem Vater im Beruf als Sonderpädagogin und eine der Mutter als Ärztin. Seit zwei Jahren gibt es als stete Begleiterin Emmi, ein Cockapoo, die die Familie ergänzt. Neben unserem hiesigen Wohnsitz haben wir noch einen weiteren in den Niederlanden und bauen gerade noch einmal in der Eifel.

Frage: Es ist ja eher ungewöhnlich, dass man als im Verein völlig Unbekannter für den Vorsitzenden des 2. größten Vereins in Bonn kandidiert. Als Rentner nicht ausgelastet??

In der Tat ungewöhnlich. Aber mich reizte die Herausforderung. Neben anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, u.a. der Aufgabe als aktiver Großvater, der täglichen Fürsorge für unseren jungen Hund und meinem Sport, pendeln wir noch oft zwischen den Niederlanden und Bonn. Also, ausgelastet sollte ich sein. Trotzdem konnte ich das verlockende Angebot, noch einmal gestalterisch tätig zu sein, nicht ausschlagen.

Frage: Als Du zum 1. Mal BTHV hörtest, was war Dein 1. Gedanke:  bei dem elitären Verein – bloß nicht??

An „elitär“ habe ich nicht gedacht. Der BTHV hat in Bonn eine unübersehbare Präsenz. Das in erster Linie der Verbindung Hockey und Tennis und der mit diesem Sport verbundenen Erfolge geschuldet. Seit dem ich in Bonn und Umgebung lebe und arbeite, ist mir der Vereinsname bekannt. Ich hatte in früher Jugend auch eine Freundin, die im Verein Hockey spielte. Das war für mich damals etwas Exotisches.

Frage: Mit Tennis, Hockey und Rugby hattest Du bisher ja keine Berührung. Dein Sport soll ja Golf sein. Du wärst ja nicht der 1. Vorsitzende des BTHV, der dann Vorsitzender im Golf Club wird. Schon Kontakt aufgenommen, wann dort der Vorsitz frei wird??

So ganz stimmt das ja nicht. Tennis habe ich gespielt, Hockey in der Halle als Lehrer unterrichtet. Darüber hinaus habe ich zeitweise aktiv im Verein Badminton gespielt, dreißig Jahre bestimmt Volleyball, habe einen Segelschein, den ich seit 10 Jahren genutzt habe und fahre immer noch Ski. Das Golf spielen sehe ich als guten Ausgleich im zunehmenden Alter. Ich betreibe es nur gegen mich und habe überhaupt kein Interesse an Turnieren geschweige denn aktiver Clubmitgliedschaft.

Frage: Deine 1. Erfahrungen mit dem BTHV – ist ja gerade nicht ganz einfach……

Was ist schon einfach? Einem Traditionsverein vorzusitzen, kann auch eine Ehre sein. Allerdings stellen sich aktuell so viele Aufgaben, dass mir schon mal schwindlig wird. Als sehr hilfreich hat sich die momentane Aufgabenverteilung im Vorstand herausgestellt. Im Geschäftsführenden Vorstand bündelt sich die gerade notwendige Kompetenz mit Dieter Husmann als Anlagenwart und Thomas Schmitz als Kassenwart zur Umsetzung der anstehenden Projekte. Ansonsten mache ich ähnliche Erfahrungen wie überall. Wenn Menschen zusammenkommen und Vergleichbares wollen, zeigen sich auch unterschiedliche Wege es zu erreichen. Das erfordert schon einmal eine lebendige Diskussionskultur, die auch nicht immer nur konstruktiv ist.

Frage: Du bist ja sehr vor Ort präsent. Deine 1. Eindrücke???

Ein aktives Vereinsleben. Ein unbedingter Willen zum Erfolg. Hohes Engagement im Ehrenamt. Kreative und visionäre Ideen zur Fortentwicklung des Vereins. Gemeinsame Verantwortung für den Sport und Verein. Vieles ist in den letzten Jahren aktualisiert und modernisiert. Trotzdem sind einige „Baustellen“ übrig geblieben. Manches ist in die Jahre gekommen und anderes muss mit der Entwicklung gehen. Die großen Projekte, Traglufthalle für den Tennis, Grundsanierung des Kunstrasenplatzes für den Hockeysport, wettkampffähiger Rugbyplatz sind vorrangige Entwicklungsziele. Darüber hinaus muss zur optimalen Ausnutzung der Tennisplätze und anderer Spielflächen die Beleuchtung organisiert werden.

Frage: Vielleicht noch kurz Deine Visionen für den BTHV in den beiden nächsten Jahren… Oder bist Du eher bei Helmut Schmidt: wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen??

Ich halte es da nicht mit Helmut Schmidt. Wer ein Amt antritt und gestalterisch tätig sein will und nicht nur verwaltet, braucht Ziele und Visionen. Grundvoraussetzung für einen Erfolg des BTHV ist, dass es im Inneren stimmt! Das heißt, das Alltagsgeschäft muss laufen. Der Zweck des Vereins, Tennis, Hockey und Rugby jederzeit spielen zu können, muss immer gewährleistet sein. Anlagen und Ausstattung müssen ihrer Funktion nach dem vorgenannten Zweck dienen. Dieser Prämisse ordnen sich dann die großen Ideen unter. Wir brauchen für alle drei Sparten gute Wettbewerbsbedingungen, um u.a. auch für weitere Mitglieder attraktiv zu sein. Konkret heißt das über die vorgenannten Projekte hinaus, dass wir Wettkampftribünen rund um den Tennisplatz 1 bauen, ggf. weitere Tennisplätze herstellen, die zusätzlichen Energiekosten für die Beleuchtung der Tennisplätze und des Naturrasens über eine Photovoltaikanlage kompensieren und – groß gedacht – über einen 2.Kunstrasen- sowie einem vereinseigenen Rugbyplatz nachdenken.

Kay Milner