Gestern wurde Nico vom GA für die Wahl der Sportler des Monats Februar nominiert. Wir haben mit ihm ein Interview geführt:
F: Die Nominierung zum GA Sportler des Monats kam ja sicherlich überraschend. Deine 1. Reaktion??
A: Ja, die Nominierung kam definitiv überraschend. Erfahrungsgemäß erhalten Aufstiege mehr Aufmerksamkeit als Klassenerhalte, weshalb ich ehrlich gesagt nicht unbedingt damit gerechnet habe. Ich bin mir auch sicher, dass es einige in unserer Mannschaft gegeben hätte, die das genauso verdient hätten.
Ich sehe die Nominierung deshalb vor allem stellvertretend für das gesamte Team.
F:In jedem Fall natürlich Anlass für ein Interview. Und daher: stell Dich doch kurz mal vor. Dich kennen vermutlich nicht alle – Du bist von außen betrachtet angenehm ruhig und zurückhaltend – eigentlich ja untypisch für einen Hockeyspieler…!!!:)
A: Ich bin 28 Jahre alt und studiere derzeit Sportmanagement im Master an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2003 spiele ich Hockey beim Bonner THV, sodass der Verein schon ziemlich lange ein fester Bestandteil meines Lebens ist. Nach dem Abitur habe ich dort auch meinen BFD gemacht, wodurch die Verbindung noch enger geworden ist.
Ja, ich bin vermutlich eher von der ruhigeren Sorte. Ich lasse anderen gerne den Vortritt und spreche meistens dann, wenn ich auch wirklich glaube, etwas Sinnvolles beitragen zu können. Da unterscheiden wir uns vielleicht ein bisschen. ;)
F: Kommen wir zu Deiner Kindheit: wie bist Du denn zum Hockey gekommen??
A: Eigentlich wie bei vielen Hockeyspielern: über die Eltern. Mein Vater hat selbst gespielt und mich schon in jungen Jahren mit auf den Platz genommen. Über meine Mutter bin ich außerdem zum Tennis gekommen. Letztendlich bin ich dann aber beim Mannschaftssport geblieben. Auch, weil ich immer mit meinen besten Freunden zusammen spielen konnte.
F: Du hast ja in Deiner langen Karriere viele Trainer im BTHV erlebt. Mal ein kleiner Bericht – vielleicht auch das eine oder andere Anekdötchen…..
A: Für 23 Jahre Hockey waren es tatsächlich gar nicht so viele Trainer, was für die Kontinuität im Verein spricht. Wenn ich einen besonders hervorheben müsste, dann wäre es „Keule“. Er hat mich von den C-Knaben bis zur MJB (U16) trainiert und ich habe unfassbar viel von ihm gelernt – nicht nur hockeytechnisch.
Aber auch von meinen Herrentrainern konnte ich immer etwas mitnehmen.
Ein besonderes Shoutout geht auch an Flo Pohlmann, der mich schon als D-Knabe trainiert hat. Mit ihm durfte ich später sogar noch einige Jahre zusammen in der Herrenmannschaft spielen, was etwas ganz Besonderes war. Er war auch der erste GA-Sportler des Monats vom BTHV.
Spannend ist auch, dass ich inzwischen einige der Jungs aus unserer aktuellen Mannschaft während meines BFDs trainiert habe. Der Kreis schließt sich also.
F: Auch wenn Du nach außen eher zur ruhigen Fraktion gehörst, sollst Du Dich sehr mit der Mannschaft beschäftigen. Vielleicht ein paar Erkenntnisse, die auch andere interessieren
A: Für die große Emotionalität haben wir sicher andere im Team – und das ist auch gut so. Meine eher ruhige Art hilft mir oft dabei, in Drucksituationen klarere Entscheidungen zu treffen.
Ich versuche, für die jüngeren Spieler ansprechbar zu sein, wenn sie auf mich zukommen, so wie es erfahrene Spieler früher bei mir gemacht haben. Dieses Weitergeben von Erfahrung ist extrem wichtig, finde ich.
Ein Bereich, mit dem ich mich besonders intensiv beschäftige, sind unsere Ecken. In diesem Zusammenhang stehe ich viel mit Matze im Austausch und darf auch Entscheidungen für die Mannschaft treffen. Das ist eine Aufgabe, die ich gerne übernehme und die viel Verantwortung mit sich bringt.
F: Dein Vater hat ja beim RTHC Leverkusen Hockey und Deine Mutter bei BW Duisdorf Tennis gespielt. Sie hat dann ja den richtigen Weg gewählt und spielt jetzt beim BTHV. Nur Deiner Schwester: die spielt bei SW Bonn. Als Rheinländer spielt man ja auch nicht im angrenzenden Düsseldorf und ein No-Go. Was ist da intern schiefgelaufen..??
A: Das lässt sich eigentlich ganz einfach erklären. Ich bin in Kessenich in die Kita gegangen und habe mit meinen Freunden beim Bonner THV angefangen – und bin dann einfach dabei geblieben.
Meine Familie wohnt allerdings in Ippendorf und meine Schwester hat mit ihren Freundinnen aus der Grundschule beim SW Bonn mit dem Hockey begonnen.
Eine große Rivalität gibt es in unserer Familie aber eigentlich nicht. Man kennt sich auf beiden Seiten gut, und am Ende überwiegt dann doch das Familiäre.
F: Die kommende Feldsaison wird ja für die 1. Herren in der 2. Liga sehr schwer. Kannst Du uns Hoffnung machen??
A: Das stimmt – die Hinrunde lief nicht optimal und einige wichtige Leistungsträger haben uns verlassen. Das macht die Aufgabe sicher nicht leichter.
Aber es sind noch neun Spiele zu spielen und in dieser Liga kann viel passieren. Wir haben so viele Neuzugänge wie selten zuvor in meiner Zeit beim Bonner THV. Dazu kommt ein sehr starker Jugendjahrgang, der jetzt im Herrenbereich angreifen darf und sicherlich schon einige Akzente setzen kann.
Im Prinzip können wir aktuell nur positiv überraschen. Und wer unsere Mannschaft kennt, weiß, dass wir alles versuchen werden, um es bis zum letzten Spieltag spannend zu halten.
Vielen Dank an Nico – Klasse.
K.M.
