Foto: Anna im Urlaub in Süd-Tirol…. Angesichts des neues Jobs wird es zukünftig wohl nur die Ahr reichen….
Auf der letzten MV wurde Anna Schäfer als Nachfolgerin von Guido Becker zur neuen Hockey-Jugendwartin gewählt. Um sie gerade den Eltern näher vorzustellen, hier das obligatorische Interview – eine der unzähligen Aufgaben einer Jugendwartin……..
F: Da Du ja außer bei Insidern relativ unbekannt bist, erstmal eine kurze Vorstellung??
Mein Name ist Anna Schäfer, ich bin 41 Jahre alt und habe einen einjährigen Sohn. Einen Hockeyschläger hatte ich das erste Mal mit sieben Jahren in Bad Kreuznach in der Hand und seitdem bin ich dem Hockeysport verfallen 😉. Nach Stationen in Mainz, Koblenz und SW Bonn bin ich nun schon seit über 10 Jahren im BTHV.
F: Immerhin: in einem Punkt bist Du einmalig. Ich bin seit über 50 Jahre dabei – es gab aber noch nie eine JugendwartIn ohne hockeyspielende Kinder. Könnte das auf eine gewisse Naivität schließen lassen – es gibt wohl keinen anstrengenderen Vorstandsposten, um es mal diplomatisch auszudrücken..???
Ich glaube, dass ich durch meine langjährige Arbeit als Jugend- und Seniorentrainerin weitreichende Einblicke in unterschiedliche Vereinsstrukturen erlangt und etliche Kontakte geknüpft habe. Dadurch kann ich ganz gut einschätzen, dass einige Arbeit auf mich zukommt. Und ganz so unwahrscheinlich ist es ja nicht, dass mein Sohn in Zukunft auch mal den Hockeyschläger schwingen wird.
F: Was war letztendlich der Grund., dass Du den Posten übernehmen wolltest??
Gute Frage….Ich glaube mir ist es einfach wichtig, das Gemeinschaftsgefühl und die Werte der Hockeyfamilie zu bewahren und weiter zu geben. Seit ich 15 bin, trainiere ich Mannschaften und da dies mir aus beruflichen Gründen zeitlich momentan nicht mehr möglich ist, habe ich mich entschieden das Amt der Jugendwartin zu übernehmen. Mir ist es ein großes Anliegen den Hockeybereich so zu gestalten, dass sich alle Kinder und Jugendliche wohlfüllen und Spaß am Sport haben. Die Weiterentwicklung des Leistungsbereiches möchte ich ebenfalls vorantreiben.
F: Du wirst Dich ja vermutlich vorher schlau gemacht haben – das hat Dich nicht abgeschreckt??
Nein, im Gegenteil. Ich mache mir grundsätzlich lieber selbst ein Bild und lasse mich nicht so schnell abschrecken. Als ich mein Interesse bekundet habe, habe ich allerding durchweg positive Rückmeldungen bekommen und wurde in meinem Vorhaben bestärkt.
F: Es gibt ja ganz automatisch eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen. Wo siehst Du den größten Handlungsbedarf??
In der Kommunikation. Ich glaube, dass eine transparente Kommunikation viel Unmut verhindern und Verständnis wecken kann.
F: Man hört es aus allen Vereinen – die Ansprüche der Eltern sind größer geworden. Es wird, menschlich vielleicht verständlich, vor allem das eigene Kind gesehen – nicht das große Ganze… Da kommt ja einiges auf Dich zu??
Ja tatsächlich konnte ich dies auch schon in den letzten Jahren meiner Trainertätigkeit vermehrt feststellen. Diese Entwicklung finde ich sehr schade. Mir ist es aber ein persönliches Anliegen zu vermitteln, dass eine Mannschaft nur als Team funktionieren kann und Hockey kein Individualsport ist.
F: Apropos …auf Dich zu: kaum im Amt und in Urlaub, klingelt das Telefon in Sachen BTHV in Südtirol…. Mit den ruhigen Phasen wird schwierig – bist Du entsprechend belastbar….??
Naja so hockeyverrückt wie ich und meine Familie sind, würden wir tatsächlich etwas vermissen, wenn es anders wäre 😉
F: Du bist als meinungs- und diskussionsfreudig bekannt – zumindest früher…. Dir ist hoffentlich bewusst – die deutsche Vereinslandschaft hat ein Männerproblem. In Vereinen dominieren diese ja – Frauen haben es nicht einfach. Davon können können zurückgetretene Mitarbeiterinnen im BTHV ein Lied singen. Verrätst Du Deine Taktik – auch als Tip für andere??
Wie du schon richtig sagst, ich bin nicht unbedingt angepasst oder leise und bin es durchaus gewohnt mich in Männerdomänen durchzusetzen. Beruflich habe ich mich schon im Bauingenieurstudium gegen die Vorurteile der älteren Professoren, dass dies doch eigentlich kein Beruf für Frauen sei, durchsetzen müssen und habe gelernt fachlich zu überzeugen. Mein Tipp ist, sich selbst treu zu bleiben, sich nicht für andere zu verbiegen und für seine Überzeugungen einzustehen.
Danke für das Interview und viel Glück!!!
KaMi
