Die wahren Helden der Traglufthalle

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich fragt, ob man eigentlich im falschen Film gelandet ist. Zum Beispiel dann, wenn man eine Traglufthalle für den Winterbetrieb aufbaut, während drei Meter weiter Menschen fröhlich Tennis spielen, als wäre man Teil einer Live-Dokumentation über Klassenunterschiede im Sportverein. Da steht man also schweißgebadet, die Hände voller Seile, Planen und dem diffusen Gefühl, dass Physik heute persönlich gegen einen arbeitet. Die Halle will nicht so, wie man will. Die Pumpe brummmt, die Plane flattert, und man selbst sieht aus wie eine Mischung aus Bauarbeiter, Bergsteiger und Zirkusartist. Und während man sich fragt, ob man jemals wieder das Gefühl in den Fingern spüren wird, hört man hinter sich das sonore Plopp eines perfekt getroffenen Tennisballs. Dazu ein fröhliches “Super Ballwechsel !”, das klingt, als käme es aus einer Parallelwelt, in der Menschen keine Traglufthallen aufbauen müssen, sondern einfach nur Spaß haben.

Man könnte meinen, die Tennisspieler würden sich wenigstens kurz solidarisch zeigen. Ein annerkenndes Nicken, ein “Respekt, Leute”, vielleicht sogar ein mitleidiges Lächeln. Stattdessen wird man behandelt wie ein seltenes Naturphänomen: interessant genug, um kurz hinzuschauen, aber nicht wichtig genug um den eigenen Aufschlag zu unterbrechen.

Am Ende steht die Halle dann doch. Stolz, rund, aufgepumpt wie ein übermotivierter Luftballon. Und man selbst? Man schleppt sich nach ein paar Bier nach Hause, mit dem beruhigenden Wissen, dass Menschen darin Tennis spielen werden – und keine Ahnung haben, wie viel Muskelkater in den Wänden steckt.

G.H.

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