{"id":77681,"date":"2025-03-31T10:06:12","date_gmt":"2025-03-31T08:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/?p=77681"},"modified":"2025-04-01T10:11:57","modified_gmt":"2025-04-01T08:11:57","slug":"maerz-interview-frank-rosbund-vorsitzender-des-bthv-von-2019-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/club\/maerz-interview-frank-rosbund-vorsitzender-des-bthv-von-2019-2025","title":{"rendered":"M\u00e4rz Interview: Frank Rosbund, Vorsitzender des BTHV von 2019-2025"},"content":{"rendered":"<p>Sechs Jahre war Frank Rosbund Vorsitzender des zweitgr\u00f6\u00dften Vereins in Bonn. Es waren intensive, aufregende und schwierige Jahre. Daher zum Abschluss ein Fazit als Interview.<\/p>\n<p><em>F: Als Du 2019 Vorsitzender im BTHV wurdest, war die \u00dcberraschung gro\u00df: man kannte Dich und Du den BTHV nicht. Kann gut gehen &#8211; muss aber nicht. Was hat Dich bewogen, den ja doch sehr zeitintensiven Job zu \u00fcbernehmen??<\/em><\/p>\n<p>Die Aussicht auf ein interessantes Ehrenamt. Ich konnte damals noch annehmen, dass der attraktive Leitsatz des BTHV \u201ef\u00fcreinander-miteinander\u201c ernst gemeint war. Wie in jeder Gemeinschaft gab es ein F\u00fcr- aber auch Gegeneinander. Beispielsweise die schwierige Diskussion \u00fcber die sogenannte Querfinanzierung verhinderte die von mir gew\u00fcnschte Modernisierung und Professionalisierung der TrainerInnenentwicklung und f\u00fchrte zu einem schmerzhaften Weggang zweier lieb gewordener Vorstandsmitgliederinnen, die sich engagiert f\u00fcr diesen Prozess eingesetzt hatten.<\/p>\n<p><em>F: Was war dann f\u00fcr Dich zuerst positiv, \u00fcberraschend und nicht so toll??<\/em><\/p>\n<p>Drei unterschiedliche Sportarten, die ich so eher im anglophilen Sprachraum verorten w\u00fcrde, versprachen die Herausforderung (gerade nach dem Abgang von Norbert Veith), gegens\u00e4tzliche Anspr\u00fcche zu moderieren. \u00dcberraschend dann f\u00fcr mich die wechselnden Koalitionen im Vorstand zur Durchsetzung abteilungsorientierter Interessen. <!--more--><br \/>\n<em>F: Es waren&nbsp;ja auch herausfordernde Zeiten &#8211; vor allem Corona. Es herrschte der Eindruck: der BTHV hat das insgesamt gut bew\u00e4ltigt. Oder t\u00e4uscht der Eindruck??<\/em><\/p>\n<p>Nein, der Eindruck t\u00e4uscht nicht. Niemand hatte Erfahrung mit den Ma\u00dfnahmen, die zu treffen waren, den ordnungsbeh\u00f6rdlichen Vorgaben. Wir haben den Laden zu einem fr\u00fchen Zeitpunkt dicht gemacht, und das nicht nur zur Freude unserer Mitglieder. Einnahmen brachen dadurch weg und das Clubleben versiegte. Dank des gro\u00dfen Engagements unserer sportlichen Vorst\u00e4nde und der TrainerInnen gab es intensiven Kontakt und digitale Trainingspl\u00e4ne. Beides half das \u201cmiteinander\u201c zu erhalten. Nicht zuletzt hat die Coronahilfe zumindest finanzielle Einbu\u00dfen verhindert und den Club vor Schaden bewahrt.<\/p>\n<p>Nach Corona kam der Krieg und anschwellende Energiekosten, die dem Verein ohne die Energiehilfe arg zugesetzt h\u00e4tten. Auch galt es Neuland zu betreten. Neue Energievertr\u00e4ge und Drosselung des internen Verbrauchs waren zwei wichtige Ma\u00dfnahmen. Alle Verbrauche wurden erfasst und neu bewertet, so dass wir jetzt eine guten \u00dcberblick \u00fcber alle Strom- und Gaskonsumenten einschlie\u00dflich der Gastronomie im BTHV haben, umso gezielt Sparpotenziale aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>F: Es wurden ja viele Projekte umgesetzt, was immer schnell vergessen wird. Vielleicht einfach aus Deiner Sicht die &#8216;H\u00f6hepunkte&#8217;.&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>Neben den gro\u00dfen sportlichen Veranstaltungen, zweimal Final 4 und ATP, z\u00e4hlte der Bau der Traglufthalle, der uns noch vom alten Vorstand als Erblast aufgeb\u00fcrdet war und die Erneuerung des Kunstrasens zu den kosten- aber auch arbeitsintensivsten Ma\u00dfnahmen. Ohne die ehrenamtliche Arbeit unseres Anlagenvorstandes, von Beruf Diplomingenieur, und vieler anderer, w\u00e4ren beide Ma\u00dfnahmen finanziell mit einer schweren Last gestartet. Unabh\u00e4ngig davon, dass die Bauphase der Traglufthalle durch baurechtliche Vorgaben immer wieder ins Stocken kam, wurde die Nutzung der Halle und vor allem ihr freiwilliger Auf-und Abbau von den Mitgliedern vorerst nicht in der kalkulierten Weise wahrgenommen. An der Realisierung des Kunstrasens auf dem Kleinspielfeld im Wasserland arbeitet der Vorstand seit 2022.<\/p>\n<p><em>F: Was auff\u00e4llig war &#8211; die gro\u00dfe Fluktuation im Vorstand. Ist da was schiefgelaufen oder ein normaler Prozess??<\/em><\/p>\n<p>Einerseits ein \u201enat\u00fcrlicher \u201eProzess, gerade unter dem Eindruck schwieriger Zeiten, die viel zeitliches und pers\u00f6nliches Engagement erforderten. Anderseits aber auch geschuldet einem Geburtsfehler bei der Aufnahme der Rugbyabteilung 2015 in den BTHV, der immer wieder zu schwierigen Diskussionen im Vorstand gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p><em>F: Sechs Jahre sind ja sehr lange und sicher mit allem Drum und Dran nicht gesundheitsf\u00f6rderlich. Oder sehe ich das falsch??<\/em><\/p>\n<p>Eine gesunde Resilienz f\u00fcr die Aufgabe mitzubringen, schadet nicht. Um einer gesundheitlichen Gefahr zu begegnen, sollte ein\/e Bewerber\/in schon Leitungs- und vor allem F\u00fchrungsqualit\u00e4ten mitbringen. Letztlich auch \u00fcber eine gesunde Durchsetzungskraft verf\u00fcgen, die die pers\u00f6nlichen Vorstellungen einzelner Mitglieder relativiert. Bei allen Entscheidungen und ihrer Umsetzung geht ja immer um das Wohl des Gesamtvereins und nicht um die Interessen einzelner Mitglieder.<\/p>\n<p><em>Dein Fazit nach 6 Jahren im R\u00fcckblick?? Bist Du insgesamt zufrieden oder f\u00e4llt er gemischt aus??<\/em><\/p>\n<p>Lenke ich meinen Blick auf all das Erreichte, gewinnt eindeutig die Habenseite. Widerst\u00e4nde gilt es zu \u00fcberwinden mit dem Blick auf das h\u00f6here Ziel. Ich denke, das ist in vielen Projekten und Ma\u00dfnahmen gelungen. Vor allem steht der Verein nach 6 Jahren wieder auf soliden finanziellen Beinen und blickt gerade, was die notwendigen energetischen und baulichen Ma\u00dfnahmen angeht, hoffnungsvoll in die Zukunft.<\/p>\n<p><em>F: So ganz h\u00f6rst Du nicht auf &#8211; Du bist ja in den Beirat gew\u00e4hlt. Mit Jochen Pax und Ingo La Roche sind da jetzt hochkompetente Personen &#8211; boomt dann der BTHV. Oder andersrum gefragt: auf welche Projekte k\u00f6nnen wir uns freuen??<\/em><\/p>\n<p>Noch nicht gew\u00e4hlt, gerne bereit ihm beizutreten und meine Erfahrungen und Visionen in Realisierungsvorschl\u00e4ge m\u00fcnden zu lassen. Vorrangig sehe ich die energetische Sanierung des Clubhauses, die Sanierung der Innenr\u00e4umlichkeiten, die Fertigstellung des Spielplatzes, sportlich den Erhalt der Klassen der Leistungsgruppen vor allem im Hockey und weiteren Erfolg in der F\u00f6rderung des Tennisnachwuchses mit Aufbau eigener Kader.<\/p>\n<p><em>F: Der Pachtvertrag mit Stadt endet ja 2032. Wie sieht es aus \u2013 m\u00fcssen wir den BTHV dann schlie\u00dfen?? Das Gel\u00e4nde ist ja beliebt. \u00dcberhaupt: Du hast Dich ja auch wesentlich&nbsp;um die Kontakte zu Institutionen in Bonn gek\u00fcmmert. Deine Erfahrungen und wann kommt endlich der Kunstrasen im Wasserland, auf dem ja auch Hockey gespielt werden soll??<\/em><\/p>\n<p>Ja, das stimmt. Liegenschaftsamt, Sportamt, Stadt Bonn, SWB, Bonn Netz, SSB und LSB, BAFA, KfW, benachbarte Vereine uvm. waren immer konstruktive AnsprechpartnerInnen. Eine der letzten von mir initiierten Ma\u00dfnahmen war der Antrag auf Verl\u00e4ngerung der Erbbaupacht. Hier gilt es immer vorausschauend die Nutzungszeiten gef\u00f6rderter Projekte einzuhalten, Beispiel Teppichboden Tennishalle: 20 Jahre und last not least die Photovoltaik aufs Dach. Auch hier sind 20 Jahre die Mindestlaufzeit. In diesem Zusammenhang ist der Antrag auf Verl\u00e4ngerung gestellt und wird im Mai vom Finanzausschuss der Stadt Bonn (hoffentlich) um 40 Jahre bis 2072 verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Der st\u00e4dtische Kunstrasen auf dem Kleinspielfeld im Wasserland zu Nutzen von Fortuna und BTHV liegt planungsm\u00e4\u00dfig sozusagen fertig in der Schublade. Der Umweltausschuss der Stadt Bonn fordert allerdings wegen der Deponielasten auf dem Gel\u00e4nde ein weiteres Gutachten. Das wird gerade erstellt. Dar\u00fcber hinaus sind sich Fu\u00dfball und Hockey noch nicht abschlie\u00dfend einig \u00fcber die Natur des Kunstrasens.&nbsp; Insgesamt gilt es da noch <em>sich in Geduld zu \u00fcben. <\/em><\/p>\n<p><em>F: Auf der MV wurde ja moniert, dass es zu wenig Frauen im&nbsp;Vorstand gibt. Du hast das dann abgeb\u00fcgelt \u2013 aus Deiner Sicht vielleicht berechtigt, weil Du da immer daf\u00fcr warst. Tatsache ist aber: zu wenig Frauen im&nbsp;Vorstand.&nbsp;<\/em><em>Und genauso schlimm, dass es ehrenamtlich eigentlich immer Frauen sind, die mehr oder weniger resigniert aufh\u00f6ren, wie die j\u00fcngste Vergangenheit gezeigt hat oder sich gerade zeigt. Das m\u00fcsste doch selbst im Vorstand auffallen. Oder wird das nicht gesehen??<\/em><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird das gesehen! Gerade die Ereignisse in den Jahren 22\/23 im Tennis- und Rugbybereich mit den von dir erw\u00e4hnten Folgen auf Vorstandsmitglieder machten die Aufgaben im Vorstand nicht wirklich attraktiv. Und \u2013 nat\u00fcrlich muss letztlich bei Interessierten f\u00fcr einen Vorstandsposten auch die Haltung stimmen, die eine vertrauliche und gedeihliche Zusammenarbeit im Vorstand garantiert. Beim jetzigen Vorstand trifft dieses ausnahmslos zu.<\/p>\n<p>Wie bekannt, ist die Position des Anlagenvorstandes\/-vorst\u00e4ndin vakant. Eine reizvolle Aufgabe, die nat\u00fcrlich Fachkenntnis und gro\u00dfes Engagement fordert, aber durch den jetzigen kommissarischen Anlagenvorstands tempor\u00e4r eng begleitet werden kann. Hier k\u00f6nnte ich mir gut einen weiblichen Vorstand vorstellen. Allerdings wei\u00dft du auch, dass die Vakanz schon lange bekannt ist und auf der MV noch einmal ohne Resonanz ausgelobt wurde. Da wurde nur beklagt, dass zu wenig Frauen im Vorstand sind. Aber, die Hoffnung (auf Besetzung o.\u00e4.) stirbt zuletzt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle: Vielen Dank an Frank &#8211; 6 Jahre Vorsitzender &#8211; Wahnsinn. Wir w\u00fcnschen Dir auf jeden Fall alles alles Gute!!! Man sieht sich&#8230;.:)<\/p>\n<p>KaMi<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sechs Jahre war Frank Rosbund Vorsitzender des zweitgr\u00f6\u00dften Vereins in Bonn. Es waren intensive, aufregende und schwierige Jahre. Daher zum Abschluss ein Fazit als Interview. 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