{"id":53759,"date":"2022-06-03T17:20:44","date_gmt":"2022-06-03T15:20:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/?p=53759"},"modified":"2022-06-03T17:22:01","modified_gmt":"2022-06-03T15:22:01","slug":"ueber-berlin-nach-bonn-weiter-nach-lesbos-und-riyadh-on-the-road-again-kyra-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/club\/ueber-berlin-nach-bonn-weiter-nach-lesbos-und-riyadh-on-the-road-again-kyra-a","title":{"rendered":"\u00dcber Berlin nach Bonn, weiter nach Lesbos und Riyadh &#8211; On the Road again &#8211; Kyra A."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-53762\" src=\"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-450x300.jpg 450w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra-272x182.jpg 272w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kyra.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>In unserer Serie \u201aWas machen ehemalige BTHV\u2019er\u2018 ist jetzt nach Smilla Klas Kyra Angerer (25) dran \u2013 mit einer mehr als spannenden und hoch interessanten Lebensgeschichte. &nbsp;Sie war Spielerin und Torj\u00e4gerin der 1. Hockey-Damen \u2013 leider nur vom Juni 21-Januar 22.<\/p>\n<p>Viele BTHV Mitglieder kennen sie von den Kontrollen Corona an der Clubhaust\u00fcr in den Weihnachtsferien \u2013 long time ago<\/p>\n<p>Eine pers\u00f6nliche Anmerkung:&nbsp; auch wenn das Interview jetzt lang geworden ist, so hat das seine Gr\u00fcnde. Aber es lohnt sich die Geschichte von Kyra zu lesen.&nbsp; Dabei wird einem mal wieder bewusst, was f\u00fcr tolle Menschen im BTHV gespielt haben. Sich mit 25 schon so differenziert in verschiedenen Sozialprojekten zu engagieren \u2013 einfach toll und bewunderswert.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcrden uns daher freuen, wenn sich der eine oder andere mit einem kleinen Spende f\u00fcr das Projekt auf Lesbos einbringt:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/yogasportwithrefugees.org\/donate\/\">https:\/\/yogasportwithrefugees.org\/donate\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;F: Du kommst aus Brandenburg und warst nur kurz in Bonn. Dieser Weg ist ja ein Quantensprung &#8211; umgekehrt ja meistens eher der Fall. Was hat Dich nach Bonn verschlagen??<\/p>\n<p>A: Ich habe ein 6-monatiges Praktikum bei der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Sektorvorhaben Sport f\u00fcr Entwicklung absolviert. Da lag es nah, nach der Arbeit kurz die Schienen zu \u00fcberqueren und beim BTHV Hockey zu spielen. Insbesondere dank Thea, die mir ab Tag 1 die Stadt Bonn und alles andere gezeigt hat, habe ich mich sofort super wohl gef\u00fchlt.<\/p>\n<p>&nbsp;F: \u00dcberhaupt scheint Dich das Ausland anzuziehen &#8211; erst Nanjing und olympisches Jugendlager, dann Studium an der Loughborough University in England, dann das Rheinland, dann Lesbos und jetzt Riyadh. Ist es das Losl\u00f6sen aus der Provinz??<!--more--><\/p>\n<p>A: Ich w\u00fcrde es nicht das Losl\u00f6sen aus der Provinz nennen. Ich bin immer noch gerne zu Hause, genie\u00dfe die Natur und den kleinst\u00e4dtischen Flair daheim. Allerdings bin ich schon mit 14 Jahren nach Berlin gezogen, in erster Linie des Hockey wegen.&nbsp; Seit dem Schulabschluss habe ich regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr mehrere Monate im Ausland studiert, gearbeitet oder war auch mal einfach klassisch reisen. Es bietet es sich oft an fremden Orten an, schnell Anschluss durchs Hockey zu finden. So hatte ich die M\u00f6glichkeit in Bonn wie auch im Ausland in Schottland, Schweiz, England oder jetzt in Saudi-Arabien mich einem Team anzuschlie\u00dfen. Aber ja, es hat mir schon immer gro\u00dfe Freude bereitet, in unterschiedliche Kulturen einzutauchen, verschiedene Lebensstile, Sichtweisen kennen zu lernen. \u00dcber die Jahre hat sich diese Neugier hin zu einer andauernden Reise- und Abenteuerlust entwickelt.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;F: Im M\u00e4rz warst Du auf Lesbos. Was genau hast Du da gemacht??<\/p>\n<p>A: Genau, im Februar und M\u00e4rz habe ich einige Wochen auf Lesbos&nbsp;verbracht und dort f\u00fcr die NGO Yoga and Sport with Refugees gearbeitet. Die Aktivit\u00e4ten der NGO selbst&nbsp;finden au\u00dferhalb des eigentlichen Fl\u00fcchtlingslagers Kara&nbsp;Tepe statt, welches nach dem Brand in Moria an der&nbsp;K\u00fcste der Insel errichtet worden ist. Das hei\u00dft, die Fl\u00fcchtlinge kommen zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad zum&nbsp;Gym oder den von der NGO gemieteten Fu\u00dfball- und Volleyballpl\u00e4tzen. Ziel der NGO ist es ganzt\u00e4gig ein kostenfreies und vielseitiges Sportprogramm mit \u00fcber 24 verschiedenen Sportarten anzubieten und dabei Fl\u00fcchtlinge&nbsp;proaktiv&nbsp;einzubinden. Nahezu&nbsp;alle Sessions werden von Fl\u00fcchtlingen angeleitet. Auch im administrativen Team werden kontinuierlich Fl\u00fcchtlinge eingebunden. Dadurch werden die Fl\u00fcchtlinge in die Verantwortung gezogen, sie entwickeln &#8220;Life Skills&#8221;, die ihnen bei der&nbsp;Integration in ein neues Land und eine neue Kultur helfen werden. Vor Ort habe ich mich als Volunteer engagiert, im Gym bei den Anmeldungen&nbsp;geholfen, day-to-day Aktivit\u00e4ten durchgef\u00fchrt, wie Sportkleidung waschen, sauber machen und bei Fundraisingaktivit\u00e4ten helfen. Auch wenn das Camp derzeit aufgrund vieler Push-Backs (pro Woche schafft es wegen der K\u00fcstenwache im Schnitt 1 von 10 Booten nach Lesvos) mit ca. 1900&nbsp;Fl\u00fcchtlingen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leer ist und das Leid nicht immer auf den ersten Blick zu sehen ist, haben mich die Erz\u00e4hlungen vieler Fl\u00fcchtlinge sehr ber\u00fchrt und bewegt.&nbsp;Auch in Lesvos sterben noch zu viele Menschen auf dem Fluchtweg. So wurden beispielsweise an einem Morgen im M\u00e4rz 7 Leichen an den Strand gesp\u00fclt, die vermutlich einem Pushback entkommen wollten, 500m von meiner Unterkunft entfernt.&nbsp;Insbesondere jetzt mit Blick auf die Fl\u00fcchtlingskrise um die Ukraine ist es wichtig sich weiterhin ganzheitlich f\u00fcr eine bessere Fl\u00fcchtlingspolitik in und au\u00dferhalb Europas einzusetzen.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;F: Jetzt lebst du in Saudi-Arabien. Was genau machst Du da??&nbsp;<\/p>\n<p>A: Aktuell arbeite ich in Riyadh, der Hauptstadt Saudi-Arabiens, f\u00fcr ein sozial-inklusives Sportprojekt. Die Stadt errichtet einen gro\u00dfen Sportpark mit unterschiedlichsten Outdoor-Anlagen, die frei von der \u00d6ffentlichkeit, sprich Sportverb\u00e4nde, Vereine oder B\u00fcrger*innen genutzt werden k\u00f6nnen. Meine Aufgabe hier ist, zum einen sicherzustellen, dass m\u00f6glichst viele Sportarten und deren Institutionen in das Projekt proaktiv eingebunden werden. Dabei f\u00f6rdern wir insbesondere das Angebot f\u00fcr und die Integration von marginalisierten Gruppen, wie Frauen oder Menschen mit Behinderung. Zum anderen bin ich f\u00fcr die Aus- und Weiterbildung der Trainer*innen innerhalb der Sportanlage und deren kooperierende Schule verantwortlich. Schulsport, beispielsweise, wurde in M\u00e4dchenschulen erst 2017 eingef\u00fchrt. Das hei\u00dft, im Bereich des Capacity Buildings herrscht enormer Bedarf, Sportlehrer*innen weiterzubilden und ihnen das Handwerkzeug f\u00fcr die Vermittlung von Sport mitzugeben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>F: Kurzer R\u00fcckblick auf Bonn: , Was bleibt h\u00e4ngen??&nbsp;<\/p>\n<p>A: Ganz viel Positives! Ich habe die Zeit in Bonn extrem genossen.&nbsp; In kurzer Zeit viele tolle Freundschaften geschlossen, viel Spa\u00df auf und neben dem Platz gehabt! Ich hoffe bald die Gelegenheit zu haben, mal wieder vorbei zu schauen, um Hallo zu sagen und auf ein K\u00f6lsch anzusto\u00dfen. In diesem Sinne nochmals vielen lieben Dank an alle vom BTHV, die mich so unterst\u00fctzt haben!<\/p>\n<p>F: Letzte Frage on top: Wer so vielf\u00e4ltig unterwegs ist \u2013 wo soll es am Ende der Findungsphase gehen\u2026???<\/p>\n<p>A: &nbsp;Das ist eine sehr gute Frage. Ich muss zugeben, ich kann die Frage selbst noch nicht ganz beantworten. Wichtig ist mir, Sport als Querschnittsthema zu betrachten. Dabei m\u00f6chte ich mich in Projekten engagieren, die sich das Ziel gesetzt haben, benachteiligte Gruppen mittels Sport zu erreichen, um deren M\u00f6glichkeiten zu verbessern. Die Konzeptionierung als auch die Durchf\u00fchrung von Traineraus- und Weiterbildungen auf dem Platz bereiten mir gro\u00dfen Spa\u00df. Mittelfristig w\u00fcrde ich gerne meine Erfahrungen wissenschaftlich untersuchen, um theoriebasierte Empfehlungen f\u00fcr den Sport in und au\u00dferhalb Europas zu entwickeln.&nbsp;<\/p>\n<p>Kyra, ich denke, ich spreche im Namen aller, die das Vergn\u00fcgen hatten, Dich in Bonn kennenzulernen: viel Gl\u00fcck auf Deinem weiteren Weg whereever und bekanntlich trifft man sich beim K\u00f6lsch immer zweimal im Leben. Man kann vor Dir nur den Hut ziehen!!!<\/p>\n<p>KaMi<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Serie \u201aWas machen ehemalige BTHV\u2019er\u2018 ist jetzt nach Smilla Klas Kyra Angerer (25) dran \u2013 mit einer mehr als spannenden und hoch interessanten Lebensgeschichte. &nbsp;Sie war Spielerin und Torj\u00e4gerin der 1. 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