{"id":42542,"date":"2021-03-29T09:15:41","date_gmt":"2021-03-29T07:15:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/?p=42542"},"modified":"2021-03-29T09:16:29","modified_gmt":"2021-03-29T07:16:29","slug":"interview-mit-dem-geschaeftsfuehrer-des-ssb-bernd-seibert-zur-aktuellen-lage-des-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/club\/interview-mit-dem-geschaeftsfuehrer-des-ssb-bernd-seibert-zur-aktuellen-lage-des-sport","title":{"rendered":"Interview mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des SSB Bernd Seibert zur aktuellen Lage des Sport"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-42544\" src=\"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Bernd-Seibert.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Bernd-Seibert.jpg 225w, https:\/\/www.bthv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Bernd-Seibert-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Wir haben ganz aktuell mit Bernd Seibert, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des SSB, ein Interview zur Lage des Sports nach den Beschl\u00fcssen NRW von Freitag gef\u00fchrt. Bernd ist 54 Jahre und seit 2015 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des SSB.<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Zun\u00e4chst: Du warst ja mal lange Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei RW K\u00f6ln und bist dann zum Rheinischen Turner Bund gewechselt. Den Kulturschock mittlerweile \u00fcberwunden??<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Den Kulturschock hatte ich vor 34 Jahren, als ich aus meiner s\u00fcddeutschen Heimat in Karlsruhe zum Sportstudium nach K\u00f6ln gekommen bin. Inzwischen liebe ich das Rheinland, die Art zu leben, zu genie\u00dfen, zu feiern, und die vielzitierte \u201eet h\u00e4tt noch immer jot jejange\u201c- Mentalit\u00e4t hilft uns sicherlich auch im Moment ein St\u00fcckweit durch die Krise. Und ob es dann K\u00f6ln oder Bonn ist \u2013 das macht f\u00fcr mich keinen Unterschied.<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Du bist ja selber Tennisspieler in Brauweiler und spielst bei den Herren 50. Auch wenn Du nicht ganz an das Niveau des Ex-BTHV Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers ran reichst. Eigentlich bist Du ja Handballer \u2013 das muss dann wohl der umgekehrte Kulturschock gewesen sein\u2026<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Das Niveau auf dem Platz kannst du nicht meinen, zumindest habe ich von unserem letzten Match eine andere Erinnerung. Wenn du das Niveau an der Theke meinst, sollten wir das nochmal testen \u2026 Aber Spass beiseite. Handball ist ja doch eine sehr k\u00f6rperbetonte Sportart, und da gibt es halt irgendwann einfach biologische Grenzen. Wenn du am Sonntagabend nach einem Handballspiel mit Schmerzen nach Hause kommst und von deiner Familie kein Mitleid mehr erntest, dann ist es an der Zeit, was Neues zu suchen. Und mit Tennis habe ich f\u00fcr mich hierf\u00fcr die ideale Sportart gefunden.<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Seit Tagen warten wir auf die neue Schutzverordnung. Und wie immer wurden wir nicht entt\u00e4uscht \u2013 Freitag Mittag. Die Vereine haben dann ja immer Riesenstress, alles <!--more-->umzusetzen, so jetzt auch der BTHV, man weiss nie, ob man Camps ggf. kurzfristig absagen muss, die Eltern anderweitig planen m\u00fcssen und der Gastronom\u2026..&nbsp; Warum kommen diese Verordnungen eigentlich immer so sp\u00e4t, kurzfristig und vor dem Wochenenende??<\/p>\n<p><strong>Antwort:<\/strong> Die Frage musst du in Richtung D\u00fcsseldorf stellen. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung k\u00f6nnte sein, dass die Verordnungen bisher immer an einem Sonntag abgelaufen sind und die neuen Regelungen dann zum Wochenbeginn in Kraft treten. Und dann wird halt jede Sekunde genutzt, an der jeweils neuen Verordnung zu formulieren.<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Die Sportanlagen unter freiem Himmel d\u00fcrfen ge\u00f6ffnet bleiben. Ein Erfolg f\u00fcr den Sport oder war damit zu rechnen?<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Nein, damit konnte man nicht unbedingt rechnen. Aber offensichtlich ist inzwischen in D\u00fcsseldorf angekommen, dass der Sport nicht der Treiber der Pandemie ist, was nicht hei\u00dfen soll, dass sich im Sport niemand infizieren oder das Virus verbreiten kann. Aber offensichtlich hat man inzwischen erkannt, dass es abzuw\u00e4gen gilt zwischen den (gesundheitlichen) Kollateralsch\u00e4den, die der Stillstand gerade bei Kinder und Jugendlichen bedeutet, im Gegenzug zu den Risiken der Pandemie. Und offensichtlich hat der organisierte Sport endlich Geh\u00f6r gefunden, was mich pers\u00f6nlich sehr freut. &nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Also d\u00fcrfen wir jetzt auch wieder Tennisspielen unter Einhaltung der Hygieneregeln??<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Grunds\u00e4tzlich ja, wie zuletzt mit max. 5 Personen aus zwei Haushalten. Aber neu ist eine sogenannte Corona-Notbremse, wenn der Inzidenzwert in einer Kommune dauerhaft \u00fcber 100 liegt, dann wird reduziert auf max. zwei Personen, also dann darf nur noch Einzel gespielt werden. Ich halte das f\u00fcr richtig und es zeigt, dass der Sport verantwortungsvoll mit der Situation umgeht.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Trotzdem wird es f\u00fcr den Sport insgesamt jetzt langsam eng durch den erneuten Lockdown. Wie lange glaubst Du, h\u00e4lt der Sport das noch durch??<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Es wird nicht nur f\u00fcr den Sport &#8211; &nbsp;es wird f\u00fcr alle eng. Aber Sportler haben gelernt, bis zum letzten Punkt zu k\u00e4mpfen. Aufgeben gibt\u00b4s nicht. Und diese Tugend kommt uns jetzt zu Gute. Wir werden durchhalten, und wer weiss &#8211; vielleicht gehen wir sogar gest\u00e4rkt aus dieser Krise hervor. Viele konnten (oder mussten) sich mal wieder die Zeit nehmen, \u00fcber Dinge nachzudenken, die man vor der Krise in der Alltagshektik ausgeblendet hatte. Und pl\u00f6tzlich bekommt man ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, was wirklich wichtig ist im Leben\u2026<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Das ist zwar sch\u00f6n formuliert, aber bekanntlich kann ein Verein nicht alleine von Luft und Liebe leben. Es gilt n\u00e4mlich auch: ohne Moos nichts los. F\u00fcr die Mannschaftssportarten sieht es ja d\u00fcster aus \u2013 es droht der erneute Ausfall einer Saison. Die Einnahmeverluste in anderen Bereichen sind ja gewaltig und werden immer gr\u00f6\u00dfer. Dann davon zu reden, dass die Vereine gest\u00e4rkt hervorgehen, scheint doch sehr vermessen und hinterl\u00e4sst ein bisschen den Eindruck \u2013 die Funktion\u00e4re weit weg von der Basis!!<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Nein, ich denke, ich bin nicht weit weg von der Basis. Nat\u00fcrlich sehe ich, dass es Vereine geben wird, die Unterst\u00fctzung brauchen. Und wir werden versuchen, im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten zu helfen Aber verglichen mit dem, was der Einzelhandel, die Gastronomie, die freie Kunst- und Kulturszene und vor allem die Eventbranche f\u00fcr Einbu\u00dfen zu verzeichnen hat, weiss ich nicht, ob es dem Sport schlechter geht. Ich will ja nichts sch\u00f6nreden, aber dieses Virus hat sich nunmal niemand ausgesucht und es gibt keinen Schuldigen daf\u00fcr. Wir k\u00f6nnen nur versuchen, das Beste draus zu machen.<\/p>\n<p><strong>Frage<\/strong>: Was w\u00fcnscht Du Dir f\u00fcr den Sport in Bonn, wenn wir denn irgendwann diese Krise \u00fcberwunden haben und wir zum sportlichen Alltag zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Antwort<\/strong>: Dann w\u00fcnsche ich mir, dass Stadtverwaltung und Politik erkennen, was der organisierte Sport mit seinen 80.000 Vereinsmitgliedern in Bonn f\u00fcr die Stadtgesellschaft in den Bereichen Pr\u00e4vention, Gesundheit, Integration und im Ehrenamt leistet und diese Arbeit endlich dahingehend wertsch\u00e4tzt, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen hierf\u00fcr geschaffen werden. Der Zustand unserer B\u00e4der und der kommunalen Sportst\u00e4tten ist erb\u00e4rmlich, und die auf den Weg gebrachten Konzepte, f\u00fcr die es gr\u00f6\u00dftenteils ja auch schon politische Beschl\u00fcsse gibt, m\u00fcssen jetzt endlich umgesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben ganz aktuell mit Bernd Seibert, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des SSB, ein Interview zur Lage des Sports nach den Beschl\u00fcssen NRW von Freitag gef\u00fchrt. Bernd ist 54 Jahre und seit 2015 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des SSB. 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