{"id":34684,"date":"2018-09-21T08:53:23","date_gmt":"2018-09-21T06:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/?p=34684"},"modified":"2018-09-21T10:13:51","modified_gmt":"2018-09-21T08:13:51","slug":"jugendpreise-fuer-zivilcourage-verliehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bthv.de\/blog\/club\/jugendpreise-fuer-zivilcourage-verliehen","title":{"rendered":"Jugendpreise f\u00fcr Zivilcourage verliehen"},"content":{"rendered":"<p>Gestern wurden in der Bonner Synagoge die drei Jugendpreise f\u00fcr Zivilcourage vom OB ausgezeichnet, der auch die Idee zu diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Preis hatte. Den vom Stadtsportbund gestifteten Preis gewann der 17-j\u00e4hrige syrische Fl\u00fcchtling Mohammed Omar vom Post SV Bonn.&nbsp;<\/p>\n<p>Hier die Geschichten der drei Jugendlichen &#8211; beeindruckend und Vorbild f\u00fcr uns alle:<\/p>\n<p>Hamza El Fakrouni (*2000), \u00fcber dessen &#8220;Tat&#8221; wir durch einen Zeitungsbericht aufmerksam wurden und dann weitere Ermittlungen anstellten<\/p>\n<p>Als zwei Frauen in der Stra\u00dfenbahn-Linie 61 in Bonn beleidigt wurden, griff Hamza ein. Er sprach den unbekannten Beleidiger daraufhin an und forderte ihn auf, die Frauen in Ruhe zu lassen. Dieser reagierte aggressiv gegen\u00fcber Hamza und attackierte ihn mit einem Kopfsto\u00df. An der n\u00e4chsten Haltestelle stieg der Verd\u00e4chtige aus. Hamza wurde bei dem Angriff verletzt und seine Verletzungen mussten ambulant behandelt werden. Die Polizei konnte den Verd\u00e4chtigen identifizieren.<\/p>\n<p>Hamza hat echte Zivilcourage gezeigt und nicht weggesehen und geschwiegen.<br \/>\nSein Einsatz hat die Jury \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr>\n<p>Mohammed Omar ist seit September 2017 als \u00dcbungsleiter f\u00fcr den Post-Sportverein Bonn 1926 e.V. und seit M\u00e4rz 2018 auch in Duisdorf als Trainer im Team Aqua-Sport des TKSV 1906 e.V. Duisdorf t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Er kam vor ca. 2 Jahren selber als Gefl\u00fcchteter aus Syrien in den Post-Sportverein, um im Rahmen eines Fl\u00fcchtlingsschwimmkurses in Endenich Schwimmen zu lernen. Dabei ver-besserte er schnell seine F\u00e4higkeiten und fiel insbesondere durch sein Engagement auf, auch den anderen Teilnehmern zu helfen. Seit 2017 unterst\u00fctzt Mohammed als Freiwilliger die integrativen Schwimmangebote f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und zeigt ein hohes Ma\u00df an Einsatzbereitschaft. Er ist motiviert, insbesondere \u00e4lteren sowie jugendlichen Gefl\u00fcchteten die M\u00f6g-lichkeit zu er\u00f6ffnen, ebenfalls das Schwimmen zu erlernen.<\/p>\n<p>Als Br\u00fcckenbauer, \u00dcbersetzer und Vermittler zwischen \u00dcbungsleitung und den gefl\u00fcchteten Teilnehmern sowie zwischen den Teilnehmern untereinander leistet er nach Auffas-sung des Vereins eine ausgesprochen gute Arbeit und erleichtert die erfolgreiche Durch-f\u00fchrung der Integrationskurse entscheidend. Im Jahr 2017 qualifizierte er sich zum \u00dcbungsleiter f\u00fcr Breitensport und erwarb zudem das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Silber. Seit Mitte 2017 begleitet er neben den Schwimmkursen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete auch andere Sportangebote und findet dabei schnell Zugang zu den Teilnehmern und ins-besondere zu den Kindern.<\/p>\n<p>Im Rahmen der gemeinsamen Integrationsbem\u00fchungen und der sportlichen Korrespon-denz zwischen dem Post-Sportverein Bonn 1926 e.V. kam Mohammed auch zum TKSV Duisdorf. Dort hat er sich sofort nahtlos in das Team integriert.<\/p>\n<p>Von Anfang an zeigte er vor allem im Bereich des Anf\u00e4ngerschwimmens besonderen Ein-satz und fand sehr schnell einen Zugang zu den Kindern, zu denen gehandikapte Kinder und viele Kinder mit Migrationshintergrund geh\u00f6ren, da der Verein u.a. auch eine integrative Gruppe f\u00fchren. Dort ist jemand mit Mohammeds Biographie \u00e4u\u00dferst wertvoll. Er kann vermitteln, wenn die Deutschen verschiedene Verhaltensweisen nicht verstehen.<\/p>\n<p>Bei Personalnot zeigt Mohammed seine besondere Hilfsbereitschaft, indem er einspringt. Mohammed hilft den Vereinen, in denen er ehrenamtlich t\u00e4tig ist, Br\u00fcckenbauer zwischen den diversen Kulturen zu sein.<br \/>\nDieser Einsatz hat die Jury \u00fcberzeugt.<\/p>\n<hr>\n<p>Daniel Reich engagiert sich seit November 2015 bei &#8220;Zeugen der Zeitzeugen&#8221; und \u00fcber-nimmt die Rolle des Stadtkoordinators in Bonn. Seine Aufgabe ist die Organisation der lokalen Projekte im Raum K\u00f6ln-Bonn.<\/p>\n<p>Das bundesweite Projekt &#8220;Zeugen der Zeitzeugen&#8221; hat sich zum Ziel gesetzt, der letzten Generation der Holocaust-\u00dcberlebenden und deren Nachkommen zu begegnen und mit ihnen freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. ln dem Projekt engagieren sich haupt-s\u00e4chlich junge Erwachsene ehrenamtlich. Dabei wollen sie nicht nur des Holocaust ge-denken, sondern auch Verantwortung f\u00fcr Gegenwart und Zukunft \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das Projekt gew\u00e4hrleistet eine gro\u00dfe Nachhaltigkeit, da der Focus auf junge Menschen gesetzt wird, die zur Zeit noch das Privileg haben, \u00dcberlebende pers\u00f6nlich kennenzuler-nen und ihre Erfahrungen dann an die kommenden einpr\u00e4gsam weitergeben k\u00f6nnen. In Kombination mit den Bildungsveranstaltungen \u00fcber alle Formen des Antisemitismus wer-den die jungen Leute dazu angehalten, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Au\u00dferdem m\u00f6chte das Projekt eine Erinnerungskultur pr\u00e4gen, die jungen Menschen ins Bewusstsein ruft, selbst Teil der Geschichte zu sein, genau wie ihre Gro\u00dfeltern und Urgro\u00dfeltern. Bei allen Begegnungen ermutigt &#8220;Zeugen der Zeitzeugen&#8221; die Zuh\u00f6rer, die eigene Familiengeschichte zu erforschen, um ein pers\u00f6nliches Geschichtsbewusstsein zu entwickeln.<\/p>\n<p>Daniel pflegt Freundschaften zu Holocaust-\u00dcberlebenden, darunter auch zu dem in Bonn lebenden, aber mittlerweile leider verstorbenen, Berl Kostinski, sowie zu einigen \u00dcberlebenden aus K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem unterh\u00e4lt Daniel auch gute Beziehungen zu der Synagogengemeinde in Bonn.Neben den pers\u00f6nlichen Beziehungen sollen auch in Bonn bildungspolitisch Akzente ge-setzt werden, weshalb sich Daniel im Juni 2017 mit &#8220;Zeugen der Zeitzeugen&#8221; f\u00fcr die Durchf\u00fchrung eines Seminares gegen Antisemitismus an der Universit\u00e4t zu Bonn eingesetzt hat.<\/p>\n<p>Das Seminar wurde in Kooperation mit der j\u00fcdischen Hochschulgruppe &#8220;Hillel Bonn&#8221; veranstaltet.<\/p>\n<p>F\u00fcr 2018\/2019 befindet sich ein deutsch-israelischer Austausch f\u00fcr junge Erwachsene in Planung. Daniel und eine weitere Ehrenamtliche werden daf\u00fcr mit einer Gruppe junger Erwachsener einen Austausch mit der Partnerorganisation &#8220;Mashmaut Center&#8221;, Kiryat&nbsp;Motzkin in Israel durchf\u00fchren. Ziel des Austausches ist es, eine gemeinsame Erinnerungs-kultur von jungen Deutschen und Israelis zu leben und dabei Freundschaften zu kn\u00fcpfen. Au\u00dferdem sollen durch das Programm die Beziehungen zwischen Bonn und Haifa ge-st\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Daniel leistet durch seinen ehrenamtlichen Einsatz einen gro\u00dfen Beitrag, um Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen zu bek\u00e4mpfen und ein freundliches Miteinander zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nAuch Daniels Einsatz hat die Jury \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>K.M.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern wurden in der Bonner Synagoge die drei Jugendpreise f\u00fcr Zivilcourage vom OB ausgezeichnet, der auch die Idee zu diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Preis hatte. 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